Suzuki unterstützt zwei Rennrodler der Spitzenklasse
Wenn die Rennrodler sich die Eiskanäle hinunter stürzen und um Hundertstel Sekunden kämpfen, sind sie nicht warm angezogen sondern möglich dünn und strömungsgünstig bekleidet. Nicht einmal die Schuhe passen. Sie sind ein paar Nummern zu klein, erklärt der mehrfache Weltmeister Jörn Eichhorn, und das muss so sein, weil die Füße als erste Angriffsfläche des Fahrtwindes die Aerodynamik entscheidend beeinflussen. Also rein mit Füßen der Größe 45 in 41er glänzende windschlüpfrige Kunststoffschühchen, die dem Fahrtwind wenig Widerstand entgegensetzen. Denn Jede Winzigkeit ist wichtig, wenn es um Hundertstel geht.
Überhaupt ist Rodeln der Sport für Tüftler. David Möller, der zweite Kufenkünstler, den Suzuki unterstützt, schockt in der Lounge auf der Bobbahn die Gäste: so ein Schlitten kostet 10.000 Euro und pro Saison müssen zwei bis drei der Sorte her. Einer davon ist mit Rollen ausgestattet, damit auch im Sommer – auf Beton – trainiert werden kann. Möller: „Das ist eine heikle Sache, besonders wenn es zum Sturz kommt“.
Die beiden Suzuki-Spitzenrodler konstruieren ihre Schlitten weitgehend selbst. Das Material ist teuer, die Testfahrten aufwendig, Helm und Kleidung gibt es nicht von der Stange und die Reisekosten sind ein bedeutender Faktor. Ohne Sponsoring geht das nicht. Trotz staatlicher Hilfe: Jörn Eichhorn ist freigestellter Bundespolizist, David Möller zum Rodeln beurlaubter Bundeswehr-Hauptfeldwebel.
Die Klimaspezialisten Viessmann und Eberspächer engagieren sich im Wintersport, Uvex-Helme sind dabei, der Autofelgen-Spezialist Borbet und eben Suzuki, eine Auto-Marke, die in Deutschland durch pfiffige Marketingideen bei jungen Leuten ankommt. Nach Mini hat Suzuki die jüngste Klientel mit 49 Jahren. Zum Vergleich: Die Marke mit den ältesten Kunden ist Mercedes mit 59 Lebensjahren.
Großen Erfolg hatte Suzuki mit dem Sponsoring von Deutschlands Top-Model Sara Nuru. Das Sondermodell Suzuki Swift Sport schmüchkte den Wettbewerb für junge Leute. Suzuki hat sich in Deutschland schnell entwickelt, muss allerdings jetzt, wie alle anderen, etwas kürzer treten mit Investitionen in Sponsorships. Die Budgets sind schmäler geworden. Doch ganz ohne geht es auch nicht, sonst wären die Investitionen der letzten fünf Jahre in den Sand gesetzt. Doch bei Suzuki hat sich ja ein neuer Partner eingekauft, der Volkswagenkonzern. Die Kommentare, die diese Transaktion auslösten, sind durchaus positiv. Die Japaner haben eine starke Kompetenz für kleinere Autos. Das passt gut zusammen mit dem 10-Marken-Weltkonzern, der die erste Position anstrebt. hug


